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  • Mia Dollmann

Der Tod Mahsa Aminis


Am 10. September war eine junge Frau in den Straßen Teherans unterwegs als sie von der Iranischen Sittenpolizei festgenommen wurde. Sie soll ihr Kopftuch, den Hijab, nicht nach den Regeln der islamischen Kleiderordnung getragen haben. Später brach sie nach ungeklärten Ereignissen auf der Polizeiwache zusammen und wurde in ein Krankenhaus gebracht, dort starb sie an den folgen von mehreren Schädelfrakturen am 16. September. Danach hatten die Eltern eine Klage „gegen die Uhrheber der Festnahme“ ihrer Tochter sowie „die Polizisten, die nach ihrer Ankunft bei der Sittenpolizei mit ihr gesprochen haben“ eingereicht und Akteneinsicht gefordert. Der Anwalt der Familie forderte von den Behörden, dass sie alle Videos und Fotos des Geschehens herausgeben und er sagte, dass die Staatsanwaltschaft und der Untersuchungsrichter dazu aufgefordert seien, genauestens zu prüfen was zwischen der Festnahme und der Einlieferung ins Krankenhaus geschehen sei. Der Präsident hatte versprochen den Fall untersuchen zu lassen doch bisher geschah noch garnichts, auch wurde die Akteneinsicht von den iranischen Behörden und der Gerichtsmedizin nicht genehmigt. Mittlerweile spricht die Familie von Folter und Ermordung auf der Polizeiwache und viele andere Menschen stimmen dem zu. Ein Cousin der Verstorbenen spricht von Augenzeugen die dies bestätigt hätten, doch sicher kann man sich bei dieser Behauptung noch nicht sein.

Der Tod dieser jungend Frau führt seit mittlerweile drei Wochen zu heftigen Protesten. Im ganzen Land gehen tausende von Menschen auf die Straße und demonstrieren gegen den unterdrückenden Kurs der Regierungen und der Sicherheitskräfte sowie gegen das islamische System. Ihnen geht es dabei um Frauenrechte, denn im Iran haben Frauen so gut wie keine Rechte, werden unterdrückt, erniedrigt und misshandelt. Ihr Slogan ist dabei „Frauen, Leben, Freiheit“ aber auch systemkritische Slogans werden gerufen. Sie singen ein Lied, dass alle Forderungen musikalisch zusammenfasst. Als der Komponist vor zwei Wochen festgenommen wurde, wurde dieser Song zu einer Art Hymne für alle Protestierenden.

Es gehen vermehrt die Frauen auf die Straße, reißen sich die Schleier vom Kopf und schneiden sich die Haare ab.

Die Proteste weiten sich mittlerweile bis auf den Schulhof aus. Schülerinnen singen die Protest Hymne, jagen ihren Schulleiter aus der Schule und reißen Bilder des iranischen Oberhauptes von Wänden.

Die Wut der Menschen manifestiert sich in der Wut der Frauen, sie wollen keine islamische Republik mehr!

Ayatollah Ali Khamenei, der oberste Führer Irans, gab am 4. Oktober eine Erklärung ab, indem er sagte „Der Kampf geht nicht um pro oder kontra Hijab. Es geht auch nicht um den Tod eines jungen Mädchens. Viele, die den Hijab nicht ganz korrekt tragen, gehören trotzdem zu den ernsthaften Anhängerinnen der islamischen Republik. Bei der Diskussion geht es um die Unabhängigkeit und das Ansehen und die Stärke und Autorität des islamischen Iran.“ Außerdem behauptet er das die Unruhen von den USA und dem zionistischen Regime angestiftet worden wären und sich iranische Verräter bezahlen lassen um ihnen zu helfen, er greift damit auf alte und bewährte Feindbilder zurück. Ähnlich hatte auch das Parlament davon gesprochen, die Ausschreitungen sollen vom Ausland von iranischen Feinden geplant worden sein um das islamische System zu schwächen. Auch kündigten sie an, dass die Polizei und Streitkräfte deswegen härter gegen die Demonstranten angehen sollten.

Aber auch vorher gab es schon eine vermehrte Polizeipräsens bei den Protestversammlungen und diese werden mit zunehmender Brutalität niedergeschlagen. Schätzungen nach kamen bereits über 50 Menschen bei Demonstrationen ums Leben und unzählige weitere sollen verletzt und/oder festgenommen worden sein. Doch nun vermutet man noch heftigere Gewalt.

In der Hauptstadt wurde Medien zufolge, Gewalt gegen Studierenden angewandt und auch Professoren der renommierten Scharif-Universität sollen verprügelt worden sein. Auch hörte man mancher Orts Schüsse fallen, bei denen man sich aber nicht ganz sicher ist was passierte.

Die Behörden sperrten ebenfalls jeglichen Zugriff auf Messenger Dienste wie WhatsApp und auch Instagram, teilweise wurde der Internetzugang komplett gekappt. Dies sollte die Kommunikation unter den Demonstranten erschweren aber auch verhindern das Videos sowie Fotos an die Öffentlichkeit geraten, der Westen sollte so wenig wie möglich von den Unruhen mitbekommen. Diese Taktik bringt jedoch nichts, denn es kursieren Videos sowie Fotos von Demonstrationen und der Gewalt die dort angewendet wird überall.

Stars, wie Bella Hadid, J.K. Rowling und Florence Pugh, machen durch ihre große Plattform auf diese Missstände im Iran aufmerksam.

Es melden sich auch viele iranische Stars und machen klar, dass sie zu den Protestierenden stehen und die Haltung des Parlaments zutiefst verurteilen.

Im Westen fühlen sich die Leute und die Regierung hilflos und versucht mit moralischer Unterstützungen zu helfen.

Es gab früher schon mehrere Aufstände gegen die iranische Regierung, diese wurden jedoch immer wieder von den Behörden niedergeschlagen, doch dieses mal ist es anders. Es gibt Hoffnung! Viele glauben an die Sturz des Regimes.

Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg!

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