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  • Ann-Cathrin Mueller

Frieden

Dies ist eine Rede, die schon bei der Assembly vorgetragen wurde. Um die Nachricht jedoch noch weiter zu verbreiten, hier nochmal in schriftlicher Form:


Viele unserer Großeltern erlebten einen Krieg. Ihre Eltern erlebten zwei. Innerhalb weniger als 50 Jahren fanden zwei riesige Weltkriege statt, in denen Millionen von Menschen starben. Seitdem sind über 70 Jahre vergangen, und die Menschheit hat nichts davon gelernt. In über 20 Ländern herrscht aktuell, während wir hier gerade sitzen, Krieg. Jeden Tag könnte ein neuer starten. Die Zahl vergrößert sich, statt sich zu verkleinern.


Dabei haben wir doch die Möglichkeit, dies zu verändern! Wir können entscheiden, wie unser Leben aussehen wird. Wir sind die Architekten unserer Zukunft. Wir Jugendlichen dürfen nicht einfach zuschauen, wie Andere Entscheidungen treffen, die unser Leben definieren werden!

Es sind nicht jene, die den Krieg anfangen, die unter diesem leiden werden. Es sind nicht jene, die den Krieg anfangen, welche ihr Leben aufs Spiel setzen. Es sind nicht jene, die den Krieg anfangen, die sich von ihrer Familie trennen müssen. Es sind nie jene, die den Krieg anfangen. Stattdessen sind es die Unschuldigen, die ihre Heimat verlassen müssen. Es sind die Unschuldigen, die Waffen in die Hand nehmen müssen, um sich und ihre Familie zu beschützen. Es sind die Unschuldigen, die ihre Verwandten zurücklassen müssen. Es sind die Unschuldigen, die sterben. Es sind die Unschuldigen, die die einfach nur leben wollten – die einfach aufwachen, zur Schule gehen und Spaß haben wollten. Die Unschuldigen, die einfach nur normal in Frieden leben wollten.


Unschuldige wie wir.


Viele von uns denken, dass wir von hier aus nichts tun können. Viele denken, dass sie keine Verantwortung dafür tragen, etwas dagegen zu tun – sie tragen Krieg ja nichts bei? Aber das stimmt nicht. Wir tragen Krieg bei, indem wir nicht auf unsere Mitmenschen achten. Indem wir unsere Gedanken und unsere Handlungen durch omnipräsenten Hass beeinflussen lassen. Indem Rache und Wut Gefühle unseres alltäglichen Lebens sind. Frieden auf der Welt beginnt bei jedem Individuum zuhause. Auch bei euch. Achtet mal drauf, wie oft ihr zuhause darüber nachdenkt, wie ihr etwas Gutes für die Menschheit tun könnt. Wenn wir nicht jeden Tag versuchen, Gutes über Andere zu denken – wie können wir erwarten, dass unsere Welt ein schöner Ort ist? Ein Ort, wo wir alle friedlich und glücklich miteinander leben können?

Wir leben hier in einer Demokratie. Wir haben das Glück, freie Denker sein zu dürfen. Ich habe Freunde, die ihre Meinung nicht frei äußern dürfen, weil ihnen sonst fünf Jahre im Gefängnis droht. In manchen Ländern ist das leider Normalität. Schon deren Konversationen mit mir über WhatsApp könnten gefährlich für sie sein. Seid euch also bitte bewusst, wie dankbar ihr für eure Situation sein könnt. Nutzt es aus. Setzt euch für eure Werte ein! Informiert euch, was in der Welt passiert! Ihr habt Zugang auf Medien mit kaum Propaganda! Ihr habt das sehr wertvolle Privileg, euer Wissen mit tatsächlich wahren Fakten erweitern zu können. Viele Andere haben das nicht. Tagtäglich werden Menschen ihrer Freiheit und Meinung beraubt. Sie dürfen nicht für ein Menschenrecht wie Frieden demonstrieren. So darf es nicht sein! Wie sollen wir in Frieden leben, wenn ein Menschenrecht wie Freiheit nicht durchgesetzt wird?


Geschichte hat uns bewiesen, dass Krieg nichts bringt. Wofür lernen wir über besagte Geschichte? Damit sich Ereignisse wie Kriege nicht wiederholen. Damit nicht noch mehr Unschuldige leiden müssen. Denn wie Geschichte uns gezeigt hat, war Krieg noch nie eine Lösung. Und es wird auch nie eine sein.


Eine Änderung ist dringend nötig. Wir können nicht so weiter machen. Wir dürfen nicht mehr so weiter machen. Denkt alle mal darüber nach, wie ihr euch als Person verbessern könnt. Denkt alle mal darüber nach, wie ihr euren Mitschülern helfen könnt. Frieden beginnt bei euch zuhause, bei euch im Klassenzimmer. Erst, wenn wir alle anfangen, selbst friedlich zu leben, kann die Welt friedlich sein. Wir müssen unser eigenes Handeln evaluieren und nachdenken, wie wir dem Frieden beitragen können. Die Zukunft liegt in euren Händen. Die Zukunft liegt auch in meinen Händen. Die Zukunft liegt in unseren Händen. Und die Zukunft soll friedlich sein.


Dankeschön.


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