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  • Mia Dollmann

Missbrauch im US-Frauenfußball

Im Vergangenes Jahr wurde der Skandal über den Erstligatrainer Paul Riley öffentlich gemacht, viele ehemalige Profispielerinnen hatten Vorwürfe wegen sexueller Nötigung erhoben. Dies wurde zu einem Wachruf und es bildete sich eine Untersuchungskommission.

Die Untersuchungskommission untersuchte ein Jahr lang alle Missbrauchsvorwürfe im US-Frauenfußball. Sie sichteten mehr als 89.000 Dokumente und führten hunderte Gespräche, vor allem mit den Spielerinnen der Nordamerikanischen Frauenfußball-Profiliga.

Der Bericht der Anfang Oktober rauskam und 150 Seiten umfasste, ist erdrückend. Er deckt vor allem auf das der Missbrauch weit zurückreicht und einen systematischen Charakter angenommen hat, im Bericht spricht man von einem „tief verwurzelten Phänomen“. Der Missbrauch reiche von verbalen Übergriffen, unangemessenen Annäherungen bis zu körperlicher Gewalt, angefangen bei den Jugendlichen.


Es werden drastische Beispiele benannt, sowie, dass ein Erstligatrainer eine Spielerin zur Spielanalyse ruft und ihr stattdessen einen Pornofilm vorspielt. Auch, dass ein Coach mehrere Spielerinnen sexuell genötigt habe, entlassen wurde, beim Gegner einen neuen Job fand und ihm daraufhin, auf der Pressekonferenz seines alten Vereins, nur Glück gewünscht

wurde.

Und dies ist kein Einzelfall! Viele Missbräuche vieler Trainer waren bekannt gewesen und doch wurden diese einfach von Verein zu Verein weitergereicht, ohne das die Spielerinnen Bescheid wussten.


In der Folge wurde ebenfalls bekannt, dass die National Women’s Soccer League (NWSL) Hinweise auf Missbrauchsfälle unter den Teppich gekehrt und ignoriert haben. „Teams, die Liga und der Verband reagierten nicht nur wiederholt nicht angemessen, wenn sie mit Beschwerden von Spielerinnen und Beweisen für Missbrauch konfrontiert wurden, sie versäumten es auch, grundlegende Maßnahmen zu ergreifen, um dies zu verhindern und dagegen vorzugehen, auch wenn einige Führungskräfte privat die Notwendigkeit von Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz einräumen“, heißt es in dem Untersuchungsbericht. Ein System in dem sexuell übergriffige Männer andere übergriffige Männer schützen, sagt der Superstar des amerikanischen Frauenfußballs Megan Rapinoe, „Brennt alles nieder. Lasst all ihre Köpfe rollen.“


Im Anschluss der Veröffentlichungen trat die Liga-Chefin Lisa Baird zurück und fünf von zehn Trainer wurden, wegen Missbrauches, gekündigt. Der US- Fußballverband kündigte an, eine Abteilung zur Überwachung und Sicherheit der Spielerinnen zu gründen, sowie eine Datenbank einzurichten, die alle Vorfälle speichert und auflistet. Auch haben sie, mit FIFA gemeinsam, eigene Ermittlungen aufgenommen.

Doch die Aufarbeitung ist noch lange nicht abgeschlossen. Immer mehr Frauen fühlen sich ermutigt etwas zu sagen und immer mehr tragische Geschichten kommen ans Licht. Die Verheimlichung und Ignoranz jahrelangen Missbrauches findet endlich sein Ende und die Täter dieser schrecklichen Ereignisse kriegen ihre gerechte Strafe!

Doch warum erst so spät? Warum musste erst ein Skandal passieren, damit die Menschen aufwachen? Das ist so unglaublich traurig!


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